Grundsatzdiskussion zu frueh gefuehrt

In meinem Umkreis sind im Moment viele schwanger. Ich freu mich fuer meine Freunde und Kollegen natuerlich sehr. Muss auch gestehen, dass ich neidisch bin. Ja, ich weiss, ich bin noch jung etc pp aber es ist halt einfach so ein Gefuehl, ich will auch in den Mummy Club…

Jedenfalls erzaehlen mir meine Freundinnen natuerlich viel ueber ihre Schwangerschaft, Gedanken und Erlebnisse. Das freut mich natuerlich ernorm, bin ja auch wirklich interessiert und freue mich fuer sie.
Aber ich hatte jetzt ein Gespraech mit einer Freundin. Weiss nicht, das beschaeftigt mich einfach.
Ich bin keine Mama und weiss daher nicht wass man da fuer Gedanken, Aengste usw. hat aber ich nehmen an, ich kann es mir ein bisschen vorstellen.
Meine Freundin sagte, dass sie einen bestimmten Test machen will (ich natuerlich keine Ahnung was fuer einen), durch den man bestimmen kann, ob das Kind behindert ist oder nicht.
Ok. Ansich generell ok. Ich weiss nicht genau was dieser Test beinhaltet bzw. wie er durchgefuerht wird aber natuerlich will man wissen, ob das Kind gesund ist. Ganz natuerlich und auch sehr wichtig. Ich erinnere mich an Sinja, als sie ihre ersten Untersuchungen hatte und ganz besorgt war.
Der Test war nicht was mich stoerte, sondern der zweite Satz, der darauf folgte: falls es behindert ist, wollen wir es nicht. Wir trauen uns nich zu ein behindertes Kind gross zu ziehen und bei manchen Behinderungen ist das ja nicht lebenswert.

Da war ich erst mal geschockt. Auch einfach, weil ich das von ihr nicht so erwartet hatte. Ich will niemanden verurteilen, jeder kann seine eigenenen Entscheidungen treffen. Ich verstehe aber nicht dieses Schwarz – Weiss Denken.

Man kann doch nicht einfach eine Aussage treffen die so schwerwiegend ist ohne in der Situation zu sein. Es gibt tausende von Behinderungen, nicht so schlimme und natuerlich ganz gravierende. Aber einfach schon von vorneherin zu sagen, Nein, das will ich nicht! Natuerlich will keiner ein behindertes Kind. Ich denke da, na klar waer ich besorgt bis der Arzt mir sagt, dass mein Kind gesund sei, und falls nicht, dann werde ich mich mit der Situation auseinandersetzen. Und dann muss man auch alle Dinge ganz vorsichtig abwaegen. Man kann doch nicht einfach so Ja/Nein sagen?! Das Leben ist nicht so einfach, es ist sehr grau in dieser Hinsicht. Jede Entscheidung braucht ganz viel Nachdenken.

Warum muss man sich mit dem Theme auseinandersetzen, bevor man in der Situation ist? Dass man darueber nachdenkt, falls das Kind nicht gesund ist ja, aber gleich so eine mega Entscheidung treffen? Meiner Meinung nach ein klares Nein.
Jetzt duerfen gerne alle Mamis ihre Meinung kund tun. Ihr wart schliesslich schonmal in solchen Situation….

Bin ich nicht verstaendsnisvoll? Zu enge Ansichten?
Man sollte doch alle Optionen ansehen. Und auch schauen, was hat das Kind ueberhaupt.

Dieses Gespraech ist immernoch in meinem Kopf und ich musste es mal los werden. Warum solche Grundsatzdiskussionen fuehren bevor sowas feststeht? Versteh ich nicht so ganz.

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3 Gedanken zu “Grundsatzdiskussion zu frueh gefuehrt

  1. Ich finde nicht, dass du da verständnislos bist, sondern stimme dir zu!Klar, wünscht sich jeder, dass das Baby gesund wird, aber auch eine Krankheit oder Behinderung bedeutet nicht, dass das Leben dann nicht lebenswert ist! Ich glaube nicht, dass man das einfach so sagen und entscheiden kann!

  2. Weisst du, das irrwitzige an diesen Tests ist doch, dass man nur schwerwiegende "Behinderungen" feststellen kann. Also Chromosomenschäden oder Organschäden etc. "Kleinere" Sachen kann man nicht ausschliessen. Kein Arzt sagt dir: "Ihr Kind wird behindert sein, treiben Sie es ab!" Die Entscheidung wird immer bei der Mutter bzw. den Eltern liegen.Eltern, die das untersuchen lassen, versprechen sich davon zu viel. Eigentlich wollen sie nur hören: "Frau XY, machen Sie sich keine Sorgen, alles okay!"Was machen denn die Eltern, die ein gesundes Kind zur Welt bringen und dieses durch einen Unfall oder so behindert sein wird?Geben sie es dann weg?Ich habe eine Freundin, die trotz Warnungen ein "behindertes" Kind zur Welt gebracht hat. Und was hatte das Kind? Schwimmhäute an den Fingern und Zehen. Die Kleine hatte dann einen kleinen operativer Eingriff. Und das Kind ist völlig "normal".Kinderkriegen ist nicht "try and error". Schliesslich geht es um Menschenleben. Du kannst nicht so lange ein Kind "Wegwerfen" bis eins dabei ist, das dir zusagt.Aber eigentlich ist das tatsächlich die Entscheidung der Eltern, denn diese müssen mit den Konsequenzen leben.

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