Traenen

Ich wollte euch mal schreiben, wie es mir nach der Geburt ging.
Ich ein Gespraech mit einer anderen Mama die meinte, ihr ging es super und sie hatte viel Energie nach der Geburt und in der Anfangszeit. Es geht aber auch anders. Nur darueber wird irgendwie nicht geredet, da es schon intim ist. Einfach die ganzen Gefuehle und Emotionen, die einen da ueberschwemmen so unvorbereitet.

Bei mir war es das Weinen. Schon waehrend der Schwangerschaft fing das an. Im letzten Trimester. Es gab keinen wirklichen Grund aber ich musste viel weinen. Der arme Mann, aber ich wollte einfach nur gehalten werden und richtig heulen. Dabei bin ich keine Heulperson. So gar nicht (ausser bei einem arg traurigen Film/Buch, aber dann versuch ich das ja immer so ganz unbemerkt zu machen und bisschen die Traenchen zu verdruecken). Das war schon ein Schock anfangs und eine enorme Umstellung.

Nach der Entbindung verbrachte ich die erste Nacht im Krankenhaus. Ich hoffte, dass der Mann ganz frueh kommen wuerde, so dass ich duschen koennte und ihm die Kleine ein bisschen geben koennte. Es ist eine Herausforderung so ein kleines Wesen die erste Nacht zu haben und dafuer verantwortlich zu sein, ganz alleine. Der Mann kam und kam nicht. Mein Baby schrie. Laut. Am lautesten von allen im Zimmer. Sie war die einzige die gestillt wurde, und daher viel arbeiten musste und nicht genug zu Essen hatte, da es natuerlich ein bisschen dauert, bis die Milch dann da ist. Der Rest im Zimmer bekam die Flasche und war satt, zufrieden und vor allem ruhig.
Ich schrieb ihm ein paar SMS/Whats app usw. aber nichts kam zurueck. Am spaeten Nachmittag kam er dann endlich. Ich konnt nur in seine Arme gehen und weinen. Es war einfach zu viel. Das weinende Baby, allein, kein Mann, doofes KH usw. Der Mann kam so spaet, da er extra noch die Wohnung geputzt hat, damit es schoen sauber ist wenn wir heimkommen. Der Gute.

Am naechsten Morgen bin ich dann nach Hause. Abends kam meine Mama dann fuer ein Woche zu uns. Was ein Segen auch, denn der Mann musste ja leider wieder zur Arbeit gleich am naechsten Tag. Jedenfalls musste ich auch sofort weinen, als sie zur Tuer reinkam. Aber Glueckstraenen. Es gab da keinen wirklichen Unterschied. Ich weinte einfach drauf los, egal ob gut, schlecht oder einfach so.
Nach ein paar Tagen bin ich dann mit Kind in der Trage und Mama zu meiner Freundin, die ca. 7 Gehminuten von mir weg wohnte, gelaufen. Es war saukalt und hat geregnet. Das war fuer mich eine Herausforderung. Das kleine Wuermchen vor mir in der Trage, die ich nicht bedienen konnte, Regen, Sturm und nun diese 7 Minuten schaffen. Angekommen war auch alles super. Meine Freundinnen waren da und noch 2 liebe Freunde. So konnten sie das Baby bestaunen und bald sind wir auch wieder aufgebrochen. Da hatte die Maus aber schon angefangen herzzreissend zu schreien. Ich musste sie in die – fuer mich komplizierte- Trage bugsieren, sie schrie, mich in Winterklamotten schmeissen und zur Tuer raus. Die Maus hatte Hunger und bestimmt hat sie auch gespuert, wie unsicher ich war. Kaum waren wir zur Tuer raus und standen am Lift musste ich weinen. Zum Glueck war meine Mama da. (Jetzt kommen mir beim Schreiben schon wieder die Traenen – ja, das hat bis jetzt nicht aufgehoert! Bin zwar viel, viel besser, aber soo viel naeher am Wasser gebaut als vor der Schwangerschaft). Sie wusste, dass es mir zu viel war. Ich bin im Marschschritt nach Hause, hab das Baby aus der Trage geschaelt und gestillt und es ging mir besser. Ich wurde ruhiger.

Bei unserem ersten Outing im Shoppingcenter war sie eine Woche alt. Auch das fuer mich ein Kraftakt. Ich dachte, das wird schon, aber es ist so megaschwer mit einem kleinen Wuermchen das zu machen. Ich hab mir ein paar Tops gekauft zum Stillen und waehrenddessen bekam sie Hunger. Also ein Plaetzchen gesucht zum Stillen. Das war schon ein riesen Aufwand, bis wir endlich eins gefunden hatten und ich sie stillen konnte. Dann mussten wir noch kurz durch den Shop Essen kaufen und nach Hause fahren. Die Heimfahrt hat sie geschrien. Das tat meinem Mamaherz einfach nur so weh. Aber was soll ich denn machen, ich kann sie ja nicht waehrend der Autofahrt aus ihrem Sitz holen.
Spaeter am Abend als wieder alles ruhig war und wir einen Film geschaut haben waren die Daemme wieder offen. Ich musste einfach heulen. So viele Dinge. Die einfachsten Aufgaben wurden so kolossal! Die Umstellung, die Eingewoehnung. Und meine Hormone sowieso. Die waren ja ueberall.

So war meine erste Woche von Traenen begleitet. Auch Glueckstraenen.
Im KH hab ich mein Kind angeschaut, wie sie da lag und ihre Grimassen schnitt und musst weinen, weil es so schoen war. Einfach toll. Solche Herzmomente.

Die Traenen sind nicht per se etwas Schlechtes aber fuer mich sehr Ungewohntes.
Das war totales Neuland fuer mich. All dies fing in der Schwangerschaft an. Die erste Woche nach der Geburt war Traenenmaessig die schlimmste.
Vielleicht geht es anderen Mamas ja auch so, vielleicht bin ich auch allein. Auf jeden Fall war es so bei mir und das ist ok.

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